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Karate Club Shintaikan
Kampfsport und Gewalt |
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Die Budokampfkünste sind Selbstverteidigungssysteme, die heutzutage mehr oder weniger versportlicht wurden. Dies beeinflusste die Effektivität nicht oder nur gering. In den Budokampfkünsten ergeben sich Situationen, die unbeherrschtes Handeln herausfordern. Angst, Niederlage, Kränkung, Egoismus etc. können antisoziale Reaktionen wie Roheit, Unbeherrschtheit, Jähzorn, Härte, Feindseligkeit, Unfairness im Sinne von Gewalt nach sich ziehen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten könnten die Folgen unbeherrschten Verhaltens in den Budokampfkünsten gefährlicher als in anderen Sportarten sein. "In diesen Situationen wird die Eigenentscheidung des Menschen, zwischen "gut" und "böse", zwischen Fairness und Unsportlichkeit in gesteigertem Maße provoziert." Der Schüler muß sich in jeder Sekunde seines Daseins, nicht nur im Training oder im sportlichen Wettkampf, seiner Fähigkeiten und damit auch seiner Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber, gleichgültig ob "gut" oder "böse", bewusst sein. In frühen Zeiten des BUSHIDO war angemessenes Verhalten angesichts der Tatsache der Bewaffnung unverzichtbar. Der heutige Budoka trägt ebenfalls Waffen; den Körper sowie Budowaffen wie zum Beispiel Schwert, Sai, Kama, Tonfa, Naginata etc., es ist also auch hier vonnöten sich adäquat zu verhalten. Diese Werte zu vermitteln sowie die charakterbildenten Eigenschaften zu schulen und im Sinne des Budo zu fördern ist Aufgabe und Pflicht des Budolehrers. In provokanten Situationen die Grundsätze des Budo einzuhalten, erfordert menschliche Größe, Reife und Kraft; denn bewähren kann sich ein Mensch nur dort, wo der auf die Probe gestellt wird.
Fairness ist die sportliche Haltung, die in der Situation den Gegner als Partner annimmt, im Kampfe den Spielsinn bewahrt, auf Regeltreue und Chancengleichheit achtet, das Gewinnen nicht über alles stellt, die rechte Einstellung zu Sieg und Niederlage gibt, zum echten Einsatz der eigenen Kräfte anspornt sowie unehrenhafte und ungleiche Vorteile ablehnt. Des weiteren ist es die Haltung, die erlittenes Unrecht überwinden hilft. Diese Haltung sollte sich an den Tugenden der Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Bescheidenheit orientieren. Kameradschaft als Verhalten wechselseitiger Hilfe und Solidarität derer, die gemeinsam und ohne Schuld in eine schwierige Lage geraten sind. Kameradschaft wird getragen von gemeinsamen Zielen, Aufgaben und Interessen; sie verbindet miteinander. Eine fundamentale Forderung der Kameradschaft ist die, den Konkurrenten nie als feindlichen Gegner anzusehen, sondern als notwendigen Partner zum Zustandekommen des Trainings und Wettkampfes. Willensstärke und Mut Motiviert durch sportliche Leistung, greift die Willensschulung in außersportliche Lebensbereiche ein. Viele sportliche Übungen - vor allem wenn sie sich der Leistungsgrenze nähern - verlangen mutigen Einsatz, so dass der Sport eine Muterziehung im Bereich des vitalseelischen darstellt, die Grundlage jeder sittlichen Tapferkeit ist. Verlieren Niemand soll das Siegen zum Hauptmotiv seines sportlichen Handelns erheben; verlieren können, den Mut zur Niederlage ist eine sportliche Haltung von hoher sittlicher Bedeutung. Dies bedeutet nicht, dass nicht auf den Sieg hintrainiert werden darf; es bedeutet objektiv zu Erkennen, wann gesiegt und wann verloren wurde. Derjenige, der Verloren hat und zu der Einsicht gelangt, dass es seine Leistung war und nicht versucht dies auf z.B. "inkompetente Kampfrichter, Beschuldigungen gegen den Sieger, Regelverstöße usw." abzuschieben; hat die besten Voraussetzungen weiter an sich zu arbeiten und den erhofften fairen Sieg zu erringen.
"Entscheidend ist nicht Sieg oder Niederlage, sondern die Vervollkommnung von Geist, Körper und Charakter" Gichin Funakoshi
Verfasst von S. Walz ´95 (bitte copyright beachten!!!)
..... und für Schüler des SHINTAIKAN DOJO´s gilt: Im SHINTAIKAN DOJO erlernte Techniken dürfen nur in Notsituationen angewandt werden!
Verwendete Literatur:
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